Erhaltung des Lear-Aras

Der Lear-Ara ist eine bedrohte Spezies, die nur im kleinen kargen Gebiet von Bahia, im Nordosten Brasiliens, vorkommt. Sein Überleben ist eng verbunden mit der Licuri-Palme, deren Früchte seine Hauptnahrungsquelle stellen. Licuri-Palmen gibt es in der Nähe von großen, sandigen Steilküsten, wohin sich die Lear-Aras nachts zurückziehen, sich fortpflanzen und brüten. Sie leiden unter dem illegalen Handel, durch den Küken weggefangen werden, und später als Erwachsene unter den Bauern von denen sie gejagt, weil sie deren Mais anpicken. Ihr Lebensraum wird immer mehr eingeschränkt. Zum einen durch die ansteigende Nutzung der Gebiete durch Vieh und zum anderen durch das unkontrollierte Sammeln der Blätter und Früchte der Licuri-Palme.

Erhaltungsstatus: Kategorie EN (stark gefährdet) der Roten Liste der IUCN
Wildpopulation: 1.200, ansteigend.
Tiere in Menschenobhut: 110

Ziel
Den Lear-Ara als nicht gefährdete Spezies einstufen können, indem die Bedrohungen reduziert werden, und die wild lebende Population sich erholen kann.

Strategien
Ausführung des nationalen Aktionsplans für den Lear-Ara. Des Weiteren werden vorrangige Erhaltungsmaßnahmen definiert und weitere Kenntnisse über geographische Bewegungen und Nahrungsaufnahme der Aras sowie deren saisonalen Abweichungen gewonnen. Zudem erhält die Licuri-Palme, die für die Bestandserholung des Lear-Aras enorm wichtig ist, ebenfalls Schutz. Deswegen ist es erforderlich, der lokalen Bevölkerung die Wichtigkeit dieser Palme näher zu bringen und ihnen eine alternative Nutzung der Blätter anzubieten. Zudem werden die Menschen bei der Bekanntmachung über die Bedeutung dieses Lebensraums und des Lear-Aras miteinbezogen. Es soll ebenfalls eine gesunde Population in Menschenobhut herangezogen werden, damit neue Populationen des Lear-Aras in der Wildnis etabliert werden können.

Aktionen
Zusammenarbeit mit Experten der Biologie und Folgekontrolle der Lear-Aras aus der Distanz, durch hochmoderne Technologien bei der Überwachung. Es wird mit örtlichen Handwerkern und Behörden gearbeitet, zugunsten besserer beruflicher Qualifikationen, um kunstgewerbliche Gegenstände aus geflochtenem Licuri-Stroh herzustellen. Das Projekt kommt direkt der Gemeindeökonomie zugute und ist ein effizientes Werkzeug, um den Wert dieser Palme und die Notwendigkeit ihres Schutzes bekannt zu machen. Außerdem stellen die Kunsthandwerker Figuren her, die den Lear-Ara symbolisieren, mit dem Ziel, die Sensibilisierung zur Notwendigkeit seines Schutzes auch über sein Verbreitungsgebiet hinaus voranzutreiben. Ebenfalls werden Exemplare für die Population ex situ gezüchtet, um die Tiere in ihrem Ursprungsgebiet, unter Satellitenüberwachung, wieder auszuwildern.

Brasilien
Nordosten von Bahía

Lokale Partner
Institut Chico Mendes zur Erhaltung der Artenvielfalt (ICMBio)
Nationales Zentrum für Forschung und Erhaltung von Vögeln in der Natur (CEMAVE).

Weitere beteiligte Organisationen
Universität von Sao Paulo
Institut Arara Azul, Stiftung Biodiversitas, Biologische Station von
Doñana (CSIC)

Bereitgestellte Mittel seit 2006: 462,602 $

Anodorhynchus leari