Erhaltung des Gelbohrsittichs

Der Gelbohrsittich bewohnt die Zentralanden. Bis vor einigen Jahren gab es noch Populationen in Ecuador und Kolumbien, leider sind die ecuadorianischen Exemplare bis ins Jahr 1998 hinein allmählich verschwunden. In Kolumbien entdeckte man kurz danach eine Population von 82 Tieren, mit denen vorrangig gearbeitet wird.

Die hauptsächliche Bedrohung für den Gelbohrsittich liegt in der Rodung der Andenwälder. Diese Spezies hat eine enge ökologische Beziehung zum kolumbianischen Nationalbaum, der Wachspalme, die dramatische Einschnitte erlitt. Menschliche Präsenz und der auf die Vögel ausgeübte vorherige Druck durch Wilderei haben ihre Situation zusätzlich verschlechtert.

Ognorhynchus icterotis
Erhaltungsstatus: Kategorie EN (stark gefährdet) der Roten Liste der IUCN
Wildpopulation: 3790, ansteigend
Tiere in Menschenobhut: 0

Ziele
Die Population in der Natur soll wiederaufgebaut werden, bis sie von der Liste der gefährdeten Spezies der IUCN verschwunden ist. Im Moment ist sie vom Status “stark gefährdet” auf “gefährdet” heruntergestuft worden, was für das Projekt einen wichtigen Fortschritt bedeutet.

Strategie
Die verfolgten Strategien dieses Projekts verbinden Forschung, hinsichtlich Spezies und deren Lebensraum sowie Überwachung und Verfolgung der Populationen in Roncesvalles und Jardin, den beiden wichtigsten Rückzugsorten, mit sozialer Sensibilisierungsarbeit und Einbeziehung der lokalen Gemeinden. Auch die Einrichtung von Schutzgebieten und die Wiederaufforstung sind Stützpfeiler unserer Arbeit.

Aktionen
Zum einen wurden die Schlafplätze gezählt und es ist gelungen, jedes Mal mehr Individuen zu erfassen. In der letzten Brutsaison konnte durch Überwachung der Nester die Entwicklung von 350 Küken beobachtet werden. Durch die Produktion von Setzlingen, die wichtig sind für die Ernährung des Gelbohrsittichs, und das Einsetzen von 330.000 Bäumen und Wachspalmen konnten bereits 3.200 Hektar Andenwald zurückgewonnen werden. Es wurde zudem eine Pufferzone, in Form eines Nationalparks, mit 4.490 Hektar eingerichtet und eine weitere, welche 4.900 Hektar umfassen, bestehend aus privaten Reservaten. Weitere wichtige Aktionen sind die soziale Bewusstseinsbildung und die Bekanntmachung unserer Arbeit bei Schulkindern und Erwachsenen durch Medienkampagnen, Festivals, ökologischen Workshops und dem mobilen Klassenzimmer “Loro Bus”. Schätzungsweise konnten auf diesem Wege, allein in fünf Jahren, mehr als 130.000 Schüler und 5.000 Erwachsene der verschiedenen Gemeinden erreicht werden.

Kolumbien
Zentralanden

Lokale Partner
Stiftung ProAves

Weitere beteiligte Organisationen
Gemeinderat von Jardín und Roncesvalles

Bereitgestellte Mittel seit 1999 1,509,975 $

Ognorhynchus icterotis