Das vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanzierte Projekt JANTO wird die Genetik und den Zustand der Inselpopulationen untersuchen, um die Grundlagen für deren Wiederansiedlung zu schaffen.
Die Initiative umfasst die genetische Charakterisierung dieser Art, Zuchtprogramme in menschlicher Obhut, Wiederansiedlung sowie Maßnahmen zur Einbindung der Bevölkerung, um die Meeresökosysteme des Archipels zu schützen.
Das Gewöhnliche Seepferdchen (Hippocampus hippocampus) ist eine der einzigartigsten und empfindlichsten Arten der Meeresökosysteme, die dank des von der Loro Parque Fundación und der Universität von Las Palmas de Gran Canaria (ULPGC) initiierten Projekts JANTO an den Küsten der Kanarischen Inseln eine neue Chance erhalten könnte.
JANTO wird von der Stiftung Biodiversidad des Ministeriums für ökologischen Wandel und demografische Herausforderung (MITECO) durch die Kofinanzierung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt. Ziel der Initiative ist es, das notwendige wissenschaftliche Wissen zu generieren, um die Populationen dieser Art im Archipel zu erhalten und wiederherzustellen.
In den letzten Jahrzehnten haben die Seepferdchen weltweit einen erheblichen Rückgang ihrer Populationen erlebt, der auf die Zerstörung von Küstenlebensräumen, Umweltverschmutzung, den Druck durch den Menschen und den Klimawandel zurückzuführen ist. Auf den Kanarischen Inseln besteht zudem nach wie vor ein erheblicher Mangel an aktuellen wissenschaftlichen Informationen über den Zustand ihrer Populationen, was die Entwicklung wirksamer Schutzstrategien erschwert.
Um dieser Herausforderung zu begegnen, wird das Projekt JANTO einen multidisziplinären Ansatz entwickeln, der Populationsgenetik, Bestandsstärkung, Aufzucht in menschlicher Obhut und gesellschaftliche Beteiligung miteinander verbindet.
Ein ganzheitlicher Ansatz zur Wiederherstellung der Art
Der Arbeitsplan des JANTO-Projekts gliedert sich in drei große, sich ergänzende Aktionslinien. Zunächst wird durch Probenahmekampagnen auf verschiedenen Inseln eine genetische Bestandsaufnahme des Archipels durchgeführt. Diese „ “-Analyse ermöglicht es, die genetische Vielfalt und die Populationsstruktur des Seepferdchens zu untersuchen und liefert wichtige Informationen, um seine Verbreitung zu verstehen und sicherzustellen, dass künftige Schutzmaßnahmen seine genetische Variabilität bewahren.
Parallel dazu wird das Projekt in den Einrichtungen von Poema del Mar spezifische Protokolle für die Aufzucht in menschlicher Obhut anwenden. Ziel ist es, ein tragfähiges System zur Aufzucht genetisch geeigneter Individuen zu etablieren, die in Programmen zur Bestandsstärkung eingesetzt werden können und zur Erholung der Art in ihrem natürlichen Lebensraum beitragen.
Auf der Grundlage der in beiden Bereichen erzielten Ergebnisse sieht die Initiative die Umsetzung eines Pilotprojekts zur Wiederansiedlung auf der Insel Gran Canaria vor. Die ausgewählten Exemplare werden in geeigneten Lebensräumen freigelassen und anschließend mithilfe verschiedener Techniken und visueller Unterwasserzählungen überwacht, wodurch die Wirksamkeit der durchgeführten Maßnahmen bewertet werden kann.
Über die wissenschaftliche Dimension hinaus beinhaltet das Projekt einen bedeutenden Aspekt der Umweltsensibilisierung. Durch Workshops, Lehrmaterialien und Aufklärungsmaßnahmen, die sich an Fischer, Taucher, Bildungseinrichtungen und die breite Öffentlichkeit richten, soll das Engagement der Bürger für den Schutz der Meeresökosysteme gefördert werden.
Mit einer geplanten Laufzeit von etwa zweieinhalb Jahren zielt das Projekt JANTO darauf ab, wichtige Erkenntnisse für den Schutz der Seepferdchen auf den Kanarischen Inseln zu gewinnen sowie ein Modell zur Wiederherstellung von Meerespopulationen zu etablieren, das in anderen Regionen der Welt repliziert werden kann.