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Die Veranstaltung, die im Espacio Almagro vor mehr als 150 Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Institutionen und Naturschutz stattfand, stärkte die Allianz mit der IUCN SSC und präsentierte Projekte mit konkreter Wirkung: von der Erholung bedrohter Arten bis hin zur Verringerung von Interaktionen zwischen Orcas und Booten.

Anlässlich des Internationalen Tages der biologischen Vielfalt nahmen Wolfgang Kiessling, Präsident von Loro Parque, sowie Vivek Menon, Vorsitzender der IUCN Species Survival Commission, an der Veranstaltung teil.

Im Zeichen wissenschaftlicher Führung veranstaltete die Loro Parque Fundación am vergangenen Donnerstag im Espacio Almagro in Madrid das „Encuentro por la Biodiversidad“ – ein Treffen für die biologische Vielfalt – vor mehr als 150 Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Naturschutz. Die Veranstaltung fiel zusammen mit der Vorstellung der Nationalen Roten Liste Spaniens im spanischen Abgeordnetenhaus anlässlich des Internationalen Tages der biologischen Vielfalt. An diesem Anlass nahm auch Ángel Curros, biologischer Direktor des Aquariums Poema del Mar, teil, um über Fortschritte beim Schutz vom Aussterben bedrohter Arten wie dem Engelhai und dem Dornigen Schmetterlingsrochen zu berichten. Auch Dr. Javier Almunia stellte dort das Projekt CanBIO vor.

In seiner Rede bekräftigte Wolfgang Kiessling, Präsident von Loro Parque, die uneingeschränkte Bereitschaft der Gruppe, bei der Rettung der Orcas Wikie und Keijo mitzuwirken, die sich derzeit im Park Marineland in Frankreich befinden. Kiessling betonte, dass diese Maßnahme nicht aus kommerziellen Interessen erfolge – „wir verdienen keinen Euro mehr, nur weil wir sechs statt vier Orcas haben“ –, sondern aus moralischer, technischer und fachlicher Verantwortung, um zu verhindern, dass die Tiere ohne eine echte Alternative sterben.

Der Präsident von Loro Parque stellte klar, dass die Einrichtung den Transfer nur dann durchführen werde, wenn die ausdrückliche Zustimmung der spanischen Regierung vorliege und die rechtliche sowie technische Sicherheit des Verfahrens gewährleistet sei. „Unser Wille ist es, das Leben dieser Tiere zu retten und sie vor einem fatalen Schicksal zu bewahren“, erklärte er und rief die spanische Regierung dazu auf, die Eignung der Anlagen auf Teneriffa, die weltweit als Referenz für Tierwohl gelten, offiziell anzuerkennen. Es handele sich um eine Maßnahme, die er angesichts des Fehlens von Meeresschutzgebieten als einen „humanen Akt“ verstehe – ein Umstand, den der französische beigeordnete Minister für ökologischen Wandel, Mathieu Lefevre, in der vergangenen Woche bestätigt hatte.

Vivek Menon, Vorsitzender der IUCN Species Survival Commission, hob seinerseits hervor, wie wichtig es sei, die Bemühungen auf den gezielten Schutz jeder einzelnen Art zu konzentrieren. Als Erfolgsbeispiel nannte Menon die Zusammenarbeit mit der Loro Parque Fundación bei der Erholung des Lear-Aras in Brasilien. Die Art stand einst kurz vor dem Verschwinden und zählt heute wieder mehr als 2.200 Exemplare in freier Wildbahn. „Die Natur ist sehr widerstandsfähig und dankbar; wenn man etwas für sie tut, gibt sie es zurück“, sagte er. Zugleich bot er die Unterstützung der 15.000 Forschenden seiner Kommission an, um die Zusammenarbeit mit der Stiftung weiter fortzuführen.

Christoph Kiessling, Präsident der Loro Parque Fundación, stellte mit dem Projekt SofiaNet den großen Meilenstein des Abends vor. Ziel dieser Initiative ist die Entwicklung eines fortschrittlichen Systems zur kontinuierlichen und automatisierten akustischen Überwachung, um die Anwesenheit von Walen und Delfinen in der Straße von Gibraltar zu erfassen. Durch den Transfer der im Rahmen des Projekts CanBIO auf den Kanarischen Inseln entwickelten Technologie soll SofiaNet hochwertige Daten liefern, um die Bedrohungen durch menschengemachten Lärm besser zu verstehen und das Management dieses sensiblen Meeresgebiets zu verbessern. Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit der Fundación Reina Sofía, der Universität La Laguna und CIRCE.

Die Veranstaltung bot außerdem Gelegenheit, weitere Schlüsselprojekte vorzustellen, mit denen sich die Stiftung an der Spitze des internationalen Artenschutzes positioniert. Dr. Antonio Fernández von der Universität Las Palmas de Gran Canaria präsentierte sein neues Buch Células del Delfín – Zellen des Delfins –, ein einzigartiges Werk, das Elektronenmikroskopie für die pathologische Diagnostik nutzt und es ermöglicht, „mit dem Tod zu sprechen, um dem Leben zu helfen“.

Dr. Renaud de Stephanis von CIRCE erläuterte, wie 22 Jahre Forschung dazu beigetragen haben, Interaktionen mit Segelbooten um 80 Prozent zu reduzieren – dank wissenschaftlich fundierter Empfehlungen, etwa in flacheren Gewässern zu fahren und das Boot nicht anzuhalten.

Dr. Javier Almunia stellte das Projekt CanBIO vor, das die Versauerung der Ozeane, Unterwasserlärm sowie die Auswirkungen des Klimawandels auf die terrestrische und marine Biodiversität untersucht. Das Projekt gilt weltweit als Referenz und wird von der Loro Parque Fundación und der Regierung der Kanarischen Inseln finanziert, in Zusammenarbeit mit der Universität La Laguna und der Universität Las Palmas de Gran Canaria.

Mit diesem Treffen bekräftigt die Loro Parque Fundación ihre Rolle als treibende Kraft im globalen Artenschutz. Dank einer Gesamtinvestition von 30 Millionen US-Dollar konnte sie bereits 18 Arten vor dem Aussterben bewahren.